Genie mit Ecken
und Kanten.

Fritz Zwicky – Das Glarner Universal-Genie

Fritz Zwicky, Bürger von Mollis GL, wurde am 14. Februar 1898 in Varna, Bulgarien, geboren. Sein Vater, Fridolin Zwicky, heiratete dort Franziska Wrcek. Schon als Sechsjährigen schickten die Eltern ihren Sohn in die Schweiz zu seinen Grosseltern nach Glarus. Dort besuchte er die Höhere Stadtschule, wo er seine Kameraden an Intelligenz und Wissen übertraf.

Später besuchte er in Zürich die Industrieschule, hier bestand er 1916 die Maturitätsprüfung. Danach schrieb sich Fritz Zwicky an der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH ein. 1920 erhielt er das Diplom «Fachlehrer in math,-physik. Richtg.». 1922 promovierte er zum Dr.sc.nat (bei Prof. Peter Debye und Prof. Paul Scherrer).

Im Sommer 1925 reiste er nach Pasadena, Kalifornien. Am California Institute of Technology, CALTECH, fand er seine Lebensstelle. Als Astrophysiker wurde er durch seine zahlreichen Entdeckungen (Supernovae, Dunkle Materie usw.) an den Observatorien Mt. Wilson und Mt. Palomar weltberühmt. Am 8. Februar 1974 verstarb Fritz Zwicky in Pasadena.

Familie und Herkunft

Vater Fridolin Zwicky, 1868 – 1944, war selbständiger Kaufmann in Varna, Bulgarien

Mutter Franziska Zwicky-Wrcek, 1871 – 1927, eine geborene Tschechin, war eine feurige und gescheite Frau und steuerte die Familie mit sicherer Hand durch die Kriege.

Bruder Rudolf Zwicky, 1900 – 1952, und Schwester Leonie Zwicky, 1905 – 1980

1932 heiratet Fritz Zwicky Dorothy Vernon Gates. Sie war nicht die Frau seines Lebens. 1941 liess sich Fritz von Dorothy scheiden.

Seine zweite Ehefrau, Margarita Anna Zwicky-Zürcher, 1929 – 2012, lernte Fritz Zwicky im Berner Oberland kennen und heiratete sie 1947.

Tochter Margrit kommt 1948, Franziska 1950 und Barbara 1952 zur Welt.

Die Familie lebte in Pasadena, Kalifornien, und verbrachte die Ferien oft in der Schweiz.

Studium, Doktorat, Professur und die Freunde

Zwicky doktorierte 1922 an der ETH Zürich, Zürich, bei Prof. Peter Debye. Korreferent war Prof. Paul Scherrer.

1929 Associate Professor für Physik am CALTECH, USA

1936 Erstes 18-Zoll-Schmidt-Teleskop auf Mt. Palomar

1942 Ordentlicher Professor für Astrophysik am CALTECH

1943 – 1949 Wissenschaftlicher Direktor Aerojet Engineering Corporation, im Nebenamt

Zwickys Kontakte mit grossen Wissenschaftern und Persönlichkeiten: Tadeus Reichstein, Clark B. Millikan, George Ellery Hale, Edwin Hubble, Theodore von Kármán, Paul Scherrer (nach ihm benanntes Paul Scherrer Institut), Peter Debye, Max Born, Niels Bohr, Albert Einstein, Gottlieb Duttweiler (Gründer der Migros), Friedrich Dürrenmatt (Zwicky als Vorbild für Möbius in «Die Physiker»), Rösli Streiff (erste Skiweltmeisterin der Schweiz)

Alpinist, Raketenforscher, Astrophysiker, Schuss ins Weltall

Erstbesteigung der Ruchen-Glärnisch-Nordwand zusammen mit Tadeus Reichstein 1924. Viele weitere Bergfahrten in Europa und in den USA.

Vater der Dunklen Materie und der Neutronensterne. 1937 Entdeckung der ersten drei Supernovae mit dem 18-Zoll-Schmidt-Teleskop und Voraussage, dass Neutronensterne in Supernova-Explosionen erzeugt werden.

1945 offizielle Mission zur Auswertung der Atombombenabwürfe über Japan.

1948 Hilfsaktion für kriegsgeschädigte Bibliotheken.

1957 Schuss eines künstlichen Objekts ins Weltall.

1958 Zusammenarbeit mit Migros-Klubschule.

1973 Gründung Fritz-Zwicky-Stiftung in Glarus.

«Wir hofften, der Welt und unserer Heimat dadurch gedient zu haben, indem wir gleichzeitig die Lokalpatrioten und Weltbürger spielten.»Fritz Zwicky über sich und seine Vorfahren

Zusammen mit Tadeus Reichstein gelang Fritz Zwicky 1924 die Erstbesteigung der Ruchen-Glärnisch-Nordwand

Fritz Zwicky diente Friedrich Dürrenmatt als Vorbild für Möbius in «Die Physiker»

Margarita Anna Zwicky-Zürcher, 1929 – 2012, die zweite Ehefrau Fritz Zwickys

Die Familie Zwicky lebte in Pasadena, Kalifornien, und verbrachte die Ferien oft in der Schweiz.

Viele Objekte am Himmel tragen Zwickys Namen, z. B. Humason-Zwicky-Sterne (schwache blaue Sterne), Zwicky-Systeme, Zwicky-Galaxien und Zwicky-Cluster.

In der Zeitschrift «Fortune» wurde Fritz Zwicky als «Alpen-Kletterer, Mitarbeiter von Einstein und einer der brillantesten theoretischen Physiker des Caltechs» vorgestellt.